Carl Theodor Dreyer: Master of the House (Du skal aere din hustru, Dänemark 1925)

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Carl Theodor Dreyer: Master of the House (Du skal aere din hustru, Dänemark 1925)
Kritik von Ekkehard Knörer


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Der "Held" des Films trägt in der ersten Schrifttafel Anführungszeichen am Leibe. Dass er Viktor heißt, trifft die Sache mit Ironie. Um seine wohl verdiente Niederlage nämlich geht es. Zu Beginn ist er Tyrann, scheucht seine Frau und seine Tochter durch die Wohnung, die kochen, putzen, waschen, sind ihm stets zu Diensten. Er aber schimpft und blickt finster vor sich hin. Seit er seinen Job verloren hat, geht's ihm schlecht. Er verlässt das Haus in seinen frisch gestärkten Sachen, aber nur in Richtung Kneipe um die Ecke. Der Rest der Kleinfamilie zittert vor seiner Rückkehr. Die Pantoffeln müssen vorgewärmt sein. Das Essen fertig. Das Wasser heiß. Ida, seine Frau, die Heldin ohne Anführungszeichen, ist am Anfang schon am Ende, beinahe, zu Hilfe kommen zwei ältere Damen.

Ihre Mutter, aber Mads vor allem, die einstige Amme Viktors. Auch an ihr vergreift er sich im Ton. Mit Idas Mutter berät sie, was zu tun ist. Ida wird ins Exil geschafft, Viktor aus den Augen, der nun sehen muss, wie er zurechtkommt. Ein Mann (beinah) allein im Angesicht eines Kleinfamilienhaushalts, die Wäsche, deren Anblick er nicht ertragen kann, hängt quer durchs Zimmer. Erst ist Viktor renitent, bald aber, ein zwei Anpfiffe durch Mads später, ein Häufchen Elend, das die Wäsche raufträgt, Geschirr spült und nach Ida winselt. Auch ein Moment von Eifersucht bringt Mads geschickt ins Spiel. "Ihr Männer seid alle gleich. Arrogant. Egoistisch. Und dumm" resümiert das alte Kindermädchen und stellt Viktor in die Ecke, wo er sich schämt. Sein Widerstand ist gebrochen, er knickt weg unterm Sturm der matriarchalen Muttermacht und schlüpft aus dem Kokon als grundvernünftiger, freundlicher Ehemann. Jetzt bekommt er, nach ein wenig Bühnentürgeklapper, seine Ida wieder. Und einen Job: als wär die Wiedereinrichtung der privaten kleinfamilialen Ordnung Grund und Basis für den Erfolg in der Welt.

Eine simple, ohne jeden Kompromiss an ihr logisches Ende erzählte Geschichte. Der Sturz des Tyrannen mit weiblichen Mitteln, eine bürgerliche Tragödie im Komödienformat, ein blitzsauberer Diskurs über Geschlechterordnungen. Die Gewalt, die regulierend eingreift in die aus dem Gleichgewicht geratene Kleinfamilie ist die der Mütter. Sie löschen das Gesetz des Vaters aus, indem sie exemplarisch vorführen: an dieser Stelle sitzt eine aufgeblasene Null. Die Null erfährt's am eigenen Leibe, dass sie nichts ist als phallische Behauptung. Ein Lehrstück. Dreyer konzentriert es - weitestgehend - auf die Wohnung, auf deren engem Raum sich die Ordnung sehr anschaulich machen lässt. Eine Ordnung der Bewegungen - das Huschen und Eilen der Ehefrau -, das behäbige Sich-Niederlassen des Mannes. Und eine Ordnung der Blicke: das Regime der Amme stabilisiert sich in den Großaufnahmen ihres zu strenger Miene geformten Gesichts, wenngleich eine Ohrfeige von Zeit zu Zeit auch nicht schaden kann. Wie Viktors Maske zerbricht: auch das eine Sache von Close Ups. Brillante Darsteller. Und eine eminente Liebe für die Details. Der Blick der Kamera ist von Beginn an auf Seiten Idas: keiner der, nach Väter Sitte, über den kleinen Dingen steht, die Mühe machen. Sondern einer, der insistiert auf Handgriffen und Waschgängen. Die Sorge um den Vogel: Detail und Symbol zugleich. Ganz Symbol am Ende: die Uhr schlägt wieder im Takt.

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