Signs and Wonders

F 2000
Regie: Jonathan Nossiter
Mit Stellan Skarsgaard, Charlotte Rampling, Deborah Unger

Rezension von Ekkehard Knörer

Signs and Wonders erzählt eigentlich eine recht simple Vierecksgeschichte - aber schon die Tatsache, dass man die entscheidende fünfte Ecke erst spät richtig in den Blick bekommt, deutet auf die Hinterhältigkeit der ganzen Anlage. Erst einmal geht die Geschichte so: Ehemann (Stellan Skarsgaard) verlässt Ehefrau (Charlotte Rampling) für attraktive jüngere Frau (Deborah Unger - bekannt aus Cronenbergs Crash), und zwar gleich zwei Mal. Die Ehefrau sucht sich einen anderen Mann und der Ehemann will sie wiederhaben, während die jüngere Frau wiederum ihren Geliebten wieder haben will. Das ganze spielt in Athen und ist mit digitaler Kamera gefilmt.

Letzteres ist ein Verfremdungseffekt, der große Wirkung erzielt. Die Kamera wird oft wie eine herkömmliche Kamera eingesetzt, mit Schwenks, Fahrten, Zooms, an Dogmatisches wird man nur von ferne erinnert. Zugleich aber eignet den Bewegungen und Schnitten eine große Unberechenbarkeit, die zum Gesamteindruck beiträgt, dass man zu keinem Zeitpunkt genau weiß, was gerade gespielt wird. Man beobachtet ein Katz-und-Maus-Spiel, ohne zu wissen, wer eigentlich die Katze, wer die Maus ist und welcher Art das Spiel ist, das gespielt wird. Als raffiniert erweist sich Nossiter in der Motivkomposition. Er legt Farbfährten in Gelb, die nicht nur den Helden in die Irre führen. Auf der ausgeklügelten spielerischen Folie des intellektuellen Eifersuchts-Thrillers gelingt zugleich ein meisterhaftes Psychodrama: Stellan Skarsgaard und Charlotte Rampling liefern sich ein faszinierendes Duell: es ist ein Genuss, ihnen zuzusehen.

Beeindruckend, auf wirkungsvolle Weise manipulativ, ist der Einsatz sich wiederholender, nie eindeutiger Musikmotivik. Ironie ist dem Film hier wie grundsätzlich zu eigen: alles, was wir zu wissen glauben, wir ebenso wie die Beteiligten des Spiels mit Zeichen und Wundern, bleibt in einem minutiös abgezirkelten Ungefähren. Ein bedrohlicher Unterton bleibt über die ganze Zeit erhalten und die Auflösung vermag ihm gerecht zu werden.

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