Hollywood Insider April 2002

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Hollywood Insider

Kolumne von Rico Pfirstinger

zur ersten Kolumne vom 15.11.2001

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zur dritten Kolumne vom 29.11.2001

zur vierten Kolumne vom 6.12.2001

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zur 14. Kolumne vom 21.2.

zur 15. Kolumne vom 28.2.

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Hollywood Insider - Neues aus der Traumfabrik
Nr. 23 - 25.4.2002

Bericht von Rico Pfirstinger

 

Powerplay

Hollywoods Superstars kriegen den Hals nicht voll: Komplizierte Deals bescheren den Topverdienern nicht nur exorbitante Gagen, sondern auch lukrative Umsatz- und Gewinnbeteiligungen. Außerdem: Wrestling-Star The Rock soll Arnold Schwarzeneggers Erbe werden, und Kelly Hu kickt sich nach oben.

Dwayne Johnson alias The Rock wird in wenigen Tagen 30 Jahre alt, und zum Geburtstag gibt es einen Zehn-Millionen-Dollar-Scheck von Universal. Der muskulöse Wrestling-Superstar wird in der Traumfabrik derzeit als Nachfolger von Arnold Schwarzenegger hoch gepusht, denn Johnsons aktueller Action-Film "The Scorpion King" läuft diese Woche in den deutschen Kinos an und hat in den USA bereits am ersten Wochenende über 36 Millionen Dollar eingespielt. Das ist neuer April-Rekord.

Armer Schlucker wird zum Multimillionär

Johnson, ein ehemaliger Football-Spieler, war vor sechs Jahren so verarmt, dass er wieder bei seinen Eltern wohnen musste. Diese Zeiten sind vorbei: Sein nächster Film bringt Johnson mehr als zehn Millionen Dollar ein. Der Wrestling-Champ verkörpert in dem Action-Streifen "Helldorado" einen Kopfgeldjäger, der einen Flüchtigen entlang des Amazonas jagt. Regie führt Peter Berg ("Mr. Undercover"). Einen bedeutenden Teil der Knete muss Dwayne Johnson jedoch an die WWF abführen - so steht's in seinem Deal mit dem Wrestling-Verband. Diese Vereinbarung gilt auch für "The Scorpion King", wo Johnson für die Titelrolle fünfeinhalb Millionen Dollar Gage einkassierte.

Kein Futterneid: Schwarzenegger unterstützt The Rock

Johnsons kometenhafter Aufstieg erinnert Insider an einen Bodybuilder namens Arnold Schwarzenegger, der vor zwanzig Jahren mit dem Action-Streifen "Conan, der Barbar" in Hollywood den Durchbruch schaffte. "The Scorpion King" bedient ein ähnliches Sujet, und Johnson kann wie weiland Schwarzenegger auf eine große jugendliche Fangemeinde bauen. Die guten Zahlen an der Kinokasse machen zudem eine Fortsetzung von "Scorpion King" wahrscheinlich - noch eine "Conan"-Parallele. Schwarzenegger, dessen jüngste Filmprojekte inhaltlich und finanziell enttäuschten, zeigt jedoch keine Spur von Futterneid. Er besuchte Johnson vielmehr bei den Dreharbeiten und war bei der Hollywood-Premiere von "The Scorpion King" zu Gast.

Schlagkräftig: Kelly Hu prügelt sich hoch

Johnsons Co-Star Kelly Hu (35) profitiert ebenfalls vom aktuellen Medien-Hype. Die attraktive Hawaiianerin, die in "The Scorpion King" eine Seherin spielt, kannte man bislang nur aus US-Fernsehserien wie "Nash Bridges" oder "Sunset Beach". Jetzt startet sie auch auf der großen Leinwand durch: Nächstes Jahr ist Hu, die den schwarzen Gürtel in Karate trägt, im Kino an der Seite von Jet Li im Action-Thriller "Cradle to the Grave" zu sehen.

Der Club der reichen Mimen

Hollywoods Superstars mutieren immer mehr zu Unternehmern, die hinter den Kulissen Strippen ziehen und nebenbei den großen Reibach machen. Über zwanzig Millionen Dollar Gage - vor ein paar Jahren noch die Schallmauer - können Topverdienern wie Mel Gibson und Tom Cruise inzwischen nur noch müde lächeln. Zusammen mit Jim Carrey, Harrison Ford, Tom Hanks, Mike Myers, Julia Roberts, Adam Sandler, Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis sind sie die ersten Mitglieder eines neuen, exklusiven 25-Millionen-Dollar-Clubs.

Damit aber ist es nicht getan. Inzwischen haben bereits junge Nachwuchsstars wie Hayden Christensen, Ryan Philippe oder Reese Witherspoon eigene Produktionsfirmen. Vorteil: Zur fixen Gage gibt's mehr kreativen Einfluss sowie oft lukrative Umsatz- und Gewinnbeteiligungen, etwa an den DVD- und Videoeinnahmen. John Travolta hat's vor dreizehn Jahren vorgemacht: Sein Vermögen (darunter mehrere Privatjets und bald eine eigene Boeing 747) verdankt der Schauspieler nämlich nicht seinen hohen Gagen, sondern vor allem einer großzügigen Gewinnbeteiligung am Überraschungshit "Kuck' mal wer da spricht!" und seinen beiden Fortsetzungen.

Tom Cruise: 70 Mio. Dollar für "M:I-2"

Tom Cruise verdiente auf ähnliche Weise mit "Mission: Impossible 2" gut 70 Millionen Dollar, und auch Mel Gibson muss nicht darben. Für seine Hauptrolle in dem Vietnam-Kriegsdrama "Wir waren Helden" (D-Start: 20.6.02) kassiert der Australier neben 25 Millionen Dollar Festgehalt auch noch Lizenzeinnahmen - Gibsons Firma Icon Productions hält einen Teil der Auslandsrechte an dem Film.

Hollywood-Studios: kein Mut zum Risiko

Die Explosion der Stargehälter ändert mittlerweile das Gesicht von Hollywood. Hatten vor zwanzig Jahren noch die großen Agenturen und die Studios das Sagen, schnüren die Superstars nun ihre eigenen Pakete, schieben Projekte an und diktieren die Bedingungen. Bei den Studios und Produzenten, die für die Forderungen ihrer Superstars letztlich die Zeche zahlen, geht man deshalb auf Nummer Sicher - Kreativität wird immer mehr zur Mangelware. Erfolg versprechend sind vor allem eher flache Film-Events, Remakes und Fortsetzungen, die sich bereits am ersten Wochenende nach dem Kinostart amortisieren sollen. Zugpferde sind, neben den großen Namen, ein hoher Action-Anteil und viele Spezialeffekte. Die Krönung sind bekannte Franchises wie "Star Wars", "Harry Potter", "Spider-Man" und "Herr der Ringe", die sich beim Publikum von selbst verkaufen.

Risiko? Nein, danke.

Rico Pfirstinger

copyright Rico Pfirstinger 2002

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