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Hollywoods Superstars kriegen den Hals nicht voll: Komplizierte
Deals bescheren den Topverdienern nicht nur exorbitante Gagen, sondern auch
lukrative Umsatz- und Gewinnbeteiligungen. Außerdem: Wrestling-Star
The Rock soll Arnold Schwarzeneggers Erbe werden, und Kelly Hu kickt sich
nach oben.
Dwayne Johnson alias The Rock wird in wenigen Tagen 30 Jahre alt,
und zum Geburtstag gibt es einen Zehn-Millionen-Dollar-Scheck von Universal.
Der muskulöse Wrestling-Superstar wird in der Traumfabrik derzeit als
Nachfolger von Arnold Schwarzenegger hoch gepusht, denn Johnsons aktueller
Action-Film "The Scorpion King" läuft diese Woche in den deutschen Kinos
an und hat in den USA bereits am ersten Wochenende über 36 Millionen
Dollar eingespielt. Das ist neuer April-Rekord.
Armer Schlucker wird zum Multimillionär
Johnson, ein ehemaliger Football-Spieler, war vor sechs Jahren so
verarmt, dass er wieder bei seinen Eltern wohnen musste. Diese Zeiten sind
vorbei: Sein nächster Film bringt Johnson mehr als zehn Millionen Dollar
ein. Der Wrestling-Champ verkörpert in dem Action-Streifen "Helldorado"
einen Kopfgeldjäger, der einen Flüchtigen entlang des Amazonas
jagt. Regie führt Peter Berg ("Mr. Undercover"). Einen bedeutenden Teil
der Knete muss Dwayne Johnson jedoch an die WWF abführen - so steht's
in seinem Deal mit dem Wrestling-Verband. Diese Vereinbarung gilt auch für
"The Scorpion King", wo Johnson für die Titelrolle fünfeinhalb
Millionen Dollar Gage einkassierte.
Kein Futterneid: Schwarzenegger unterstützt The
Rock
Johnsons kometenhafter Aufstieg erinnert Insider an einen Bodybuilder
namens Arnold Schwarzenegger, der vor zwanzig Jahren mit dem Action-Streifen
"Conan, der Barbar" in Hollywood den Durchbruch schaffte. "The Scorpion King"
bedient ein ähnliches Sujet, und Johnson kann wie weiland Schwarzenegger
auf eine große jugendliche Fangemeinde bauen. Die guten Zahlen an der
Kinokasse machen zudem eine Fortsetzung von "Scorpion King" wahrscheinlich
- noch eine "Conan"-Parallele. Schwarzenegger, dessen jüngste Filmprojekte
inhaltlich und finanziell enttäuschten, zeigt jedoch keine Spur von
Futterneid. Er besuchte Johnson vielmehr bei den Dreharbeiten und war bei
der Hollywood-Premiere von "The Scorpion King" zu Gast.
Schlagkräftig: Kelly Hu prügelt sich hoch
Johnsons Co-Star Kelly Hu (35) profitiert ebenfalls vom aktuellen
Medien-Hype. Die attraktive Hawaiianerin, die in "The Scorpion King" eine
Seherin spielt, kannte man bislang nur aus US-Fernsehserien wie "Nash Bridges"
oder "Sunset Beach". Jetzt startet sie auch auf der großen Leinwand
durch: Nächstes Jahr ist Hu, die den schwarzen Gürtel in Karate
trägt, im Kino an der Seite von Jet Li im Action-Thriller "Cradle to
the Grave" zu sehen.
Der Club der reichen Mimen
Hollywoods Superstars mutieren immer mehr zu Unternehmern, die hinter
den Kulissen Strippen ziehen und nebenbei den großen Reibach machen.
Über zwanzig Millionen Dollar Gage - vor ein paar Jahren noch die
Schallmauer - können Topverdienern wie Mel Gibson und Tom Cruise inzwischen
nur noch müde lächeln. Zusammen mit Jim Carrey, Harrison Ford,
Tom Hanks, Mike Myers, Julia Roberts, Adam Sandler, Arnold Schwarzenegger
und Bruce Willis sind sie die ersten Mitglieder eines neuen, exklusiven
25-Millionen-Dollar-Clubs.
Damit aber ist es nicht getan. Inzwischen haben bereits junge
Nachwuchsstars wie Hayden Christensen, Ryan Philippe oder Reese Witherspoon
eigene Produktionsfirmen. Vorteil: Zur fixen Gage gibt's mehr kreativen Einfluss
sowie oft lukrative Umsatz- und Gewinnbeteiligungen, etwa an den DVD- und
Videoeinnahmen. John Travolta hat's vor dreizehn Jahren vorgemacht: Sein
Vermögen (darunter mehrere Privatjets und bald eine eigene Boeing 747)
verdankt der Schauspieler nämlich nicht seinen hohen Gagen, sondern
vor allem einer großzügigen Gewinnbeteiligung am
Überraschungshit "Kuck' mal wer da spricht!" und seinen beiden
Fortsetzungen.
Tom Cruise: 70 Mio. Dollar für "M:I-2"
Tom Cruise verdiente auf ähnliche Weise mit "Mission: Impossible
2" gut 70 Millionen Dollar, und auch Mel Gibson muss nicht darben. Für
seine Hauptrolle in dem Vietnam-Kriegsdrama "Wir waren Helden" (D-Start:
20.6.02) kassiert der Australier neben 25 Millionen Dollar Festgehalt auch
noch Lizenzeinnahmen - Gibsons Firma Icon Productions hält einen Teil
der Auslandsrechte an dem Film.
Hollywood-Studios: kein Mut zum Risiko
Die Explosion der Stargehälter ändert mittlerweile das Gesicht
von Hollywood. Hatten vor zwanzig Jahren noch die großen Agenturen
und die Studios das Sagen, schnüren die Superstars nun ihre eigenen
Pakete, schieben Projekte an und diktieren die Bedingungen. Bei den Studios
und Produzenten, die für die Forderungen ihrer Superstars letztlich
die Zeche zahlen, geht man deshalb auf Nummer Sicher - Kreativität wird
immer mehr zur Mangelware. Erfolg versprechend sind vor allem eher flache
Film-Events, Remakes und Fortsetzungen, die sich bereits am ersten Wochenende
nach dem Kinostart amortisieren sollen. Zugpferde sind, neben den großen
Namen, ein hoher Action-Anteil und viele Spezialeffekte. Die Krönung
sind bekannte Franchises wie "Star Wars", "Harry Potter", "Spider-Man" und
"Herr der Ringe", die sich beim Publikum von selbst verkaufen.
Risiko? Nein, danke.
Rico
Pfirstinger
copyright Rico Pfirstinger 2002
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