Jump Cut
Berlinale 2006

Startseite -  Inhaltsverzeichnis - Klassiker - Archiv - Links - Forum - Mail

 

Patrick Carpentier: Combat (Belgien 2006)

Von Ekkehard Knörer

Manchen Filmen sieht man vor allem an, was ihr Regisseur so alles gesehen hat. Bei Patrick Carpentiers "Combat" wären das: "Gerry" - "La Vie Nouvelle" - "Blissfully Yours". Eventuell das eine oder andere von Claire Denis.

Vielleicht täusche ich mich, vielleicht sind das gar keine Einflüsse, vielleicht ist es nur, wie der Regisseur selber, im Katalog zitiert, sagt: "Ein kleiner Teil des kollektiven Unbewussten geht in die von mir konstruierte Welt ein."

Das kollektive Unbewusste ist visuell wolkenförmig blutrot mitunter, aural macht es Wind und Gewitter wie in "La Vie Nouvelle", wo das bei allen Vorbehalten sehr viel mehr überzeugt. Zwei Männer fahren mit dem Auto in einen Wald. Zwei Männer wie in "Gerry", wo das sehr viel mehr überzeugt, der Wald und das Baden, die Waschung im Fluss wie in "Blissfully Yours", wo es sehr viel mehr überzeugt.

Aus dem Off hören wir eine Voiceover-Stimme, Fragmente eines Diskurses über (schwules) Begehren, die Sehnsucht danach, geschlagen zu werden, Fragmente eines Diskurses über den Beginn und das Ende der Liebe. Dazwischen der Kampf der zwei Männer im Wald, ein Ringen, ein Keuchen. Die Kamera ist sehr nah dran. Dazwischen die Wolken, die am Mond vorüber ziehen.

All das hat uns anderswo sehr viel mehr überzeugt.

zur Jump Cut Startseite

Suchen
 
Google
Web Jump Cut