Scherpunkt Asien: Go (Regie: Isao Yukisada, Japan 2001)

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Go (Regie: Isao Yukisada, Japan 2001)
Kritik von Ekkehard Knörer

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In den ersten Minuten von "Go" kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Der Film legt ein atemberaubendes Tempo vor, seine Schnitte, Blenden, Zeitraffer, Beschleunigungen, technischen Spielereien und Tricks scheinen zu gleichen Teilen vom Hongkong-Kino und von Tom Tykwers "Lola rennt" beeinflusst. Das will so gar nicht zu den Vorstellungen passen, die man sich gemacht hatte vom japanischen Kritikerlieblingsfilm des letzten Jahres, der es, so hatte man gelesen, wagt, den japanischen Rassismus gegen in Japan geborene Koreaner anzuprangern. In den ersten Minuten geht es, auf den ersten Blick jedenfalls, überhaupt nicht um Diskriminierung, sondern darum, Sugihara zum Helden aufzubauen. Er besteht eine Mutprobe, er trotzt seinen Lehrern (in der streng kommunistisch-nationalistischen nordkoreanischen Schule), er ist der witzige Ich-Erzähler des Films, er ist respektlos und es überwiegt die Komik.

Je länger der Film dauert, desto mehr beruhigt sich das Tempo, desto konventioneller wird die Erzählstruktur. Der Verdacht stellt sich ein, dass der virtuose Wirbel des Beginns auch eine Strategie ist, ein problemfilmunwilliges Publikum einzufangen und dann, am geschluckten Angelhaken, genau dahin zu führen, wo Regisseur Isao Yukisada es haben will: zu der brutalen Erfahrung rassistischer Vorurteile, die Sugahari machen muss - und zwar genau da, wo es den Zuschauer am meisten schmerzt, mitten in der romantischsten Liebesgeschichte. Vor der ersten Liebesnacht gesteht Sugihara seiner Freundin Sakurai seine Herkunft. Nur eine Kleinigkeit, meint er. Sie aber ist entsetzt - ihr Vater (der hier für ein ganzes gesellschaftliches Über-Ich zu stehen scheint), meint sie, habe ihr beigebracht, dass Koreaner und Chinesen schmutziges Blut haben. Der Gedanke, mit einem Koreaner zu schlafen, verursacht ihr Ekel.

Zu diesem Zeitpunkt scheint der Film seinen frenetischen Start vollends vergessen zu haben. Statt in Hong Kong befinden wir uns mitten in Hollywood, aus dem Comic ist ein ernsthaftes Drama geworden - wenngleich mit witzigen Einschüben. Der Umschlag der Ästhetik ist frappierend, auch Gewalt bekommt plötzlich ein anderes Gewicht. Die heftigen Prügeleien, mit denen Sugihara zum gefürchteten Kämpfer wird, tun, trotz des vielen Bluts nicht weh. Ganz anders zwei Szenen gegen Ende: Sugiharas bester Freund wird auf demselben U-Bahnsteig niedergestochen, auf dem einst Sugihara der U-Bahn entkam (das war die Mutprobe des Anfangs) und verblutet elend zu Tode. Ein schmutziger, ein brutaler Kampf ist auch der Box-Fight, mit dem Sugihara und sein Vater (ein früherer Box-Champion) ihren Konflikt um die Haltung zu Nordkorea austragen. Dadurch wird "Go", der - Hollywood, wie gesagt - schlussendlich auf Harmonie hinauswill, zum interessanten Exempel der Ästhetik von Gewaltdarstellungen.

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