Lionel Delplanque: Deep in the Woods - Allein mit der Angst (F 2000)
. .Jump Cut
Suche im WWW
Suche in jump-cut.de
Suche im Lexikon der Regisseure

Google
.

Deep in the Woods - Allein mit der Angst

F 2000
Regie: Lionel Delplanque
Mit Clotilde Coureau
Clément Sibony
Alexia Stresi
Vincent Lecoeur


.

Jump Cut-Newsletter
  Anmelden

Powered by KBX7

MAGAZIN

Im Jump-Cut-Magazin:
Literaturkritik, Comic, Fernsehen, Festivals, Essays, Reportagen

Schwesterseiten

Auteur.de
Lexikon der Regisseure

Crime Corner
Die Krimi-Website

Archiv

Filmkritik
Literaturkritik
Filmbuchkritik
Filmklassiker
Alle alten Kritiken
in der Übersicht

News & Webwatch
hier bleiben Sie
auf dem Laufenden

Regisseure
Das Lexikon

Kurz & Knapp
Der kleine Film-Berater

Gästebuch
Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Mail
Was immer Ihnen an uns passt oder nicht passt.

Umfrage
Ihre Chance, auf Jump Cut Einfluss zu nehmen.

Links

Mitarbeit

Impressum

.

Deep in the Woods

Deep in the Woods

. . .

.


.
.
.
.....

KRITIK

Der französische Film steht nicht gerade für verspieltes Genrekino und speziell der Horrorfilm hat in Frankreich, ganz anders als in den Nachbarländern Italien oder Spanien, keine große Tradition. Das war dem 28-jährigen Lionel Delplanque offensichtlich ziemlich egal, als er nach mehreren preisgekrönten Kurzfilmen mit „Deep in the Woods" einen Teenie-Slasher für sein Spielfilmdebüt auswählte. Auf der verzweifelten Suche nach einem eigenen Stil zitiert und plündert sich Delplanque durch seinen Film, der ihm am Ende zwischen den Fingern zerrinnt.
.

......
.
.
Dabei beginnt das ganze vielversprechend bis großartig. Nach einem surrealen Prolog, in dem eine Mutter ihrem Kind aus dem Rotkäppchen vorliest, um gleich darauf in bester Giallo-Manier dahingemetzelt zu werden, befinden wir uns mit den Protagonisten auf einer schier endlosen Straße, die immer tiefer in den Wald führt und eine atmosphärisch überwältigende Kopie der Eröffnungsszene aus „The Shining" ist. Sophie (Clotilde Coureau), Jeanne (Alexia Stresi), Mathieu (Clément Sibony), Mathilde (Maud Bouquet) und Wilfried (Vincent Lecoer) sind 5 junge Schauspieler auf ihrem Weg zu einem exklusiven Engagement bei Baron Axel de Fersen (Francois Berléand). Auf dessen Schloß sollen sie zu Ehren seines Enkelkindes Nicolas (Thibault Truffert) das Märchen vom Rotkäppchen und dem bösen Wolf spielen. Was macht man nicht alles fürs liebe Geld. Als sie auf dem einsamen Anwesen eintreffen, häufen sich die Merkwürdigkeiten. Der Baron scheint mit seinem absonderlichen Wildhüter Stéphane (großartig: Dennis Lavant) und dem autistisch wirkenden Nicolas alleine in den Gemäuern zu hausen. Von Anfang an liegt eine starke erotische Spannung in der Luft. Sei es die Art und Weise, wie Stéphane die weiblichen Ensemblemitglieder mit seinen Augen verschlingt, oder die in ihrer dreisten Unmittelbarkeit kaum zu überbietenden Annäherungsversuche des Barons an den blonden Wilfried.

Nach der Aufführung des Märchens vor dem starr vor sich hinglotzenden Publikum (der Baron, sein Enkel und Stéphane) kommt es beim anschließenden Abendessen zu Irritationen, als der Baron ohne erkennbaren Grund ungehalten reagiert, und seinen Gästen verbietet die Tafel zu verlassen. Nicolas rammt sich daraufhin stoisch eine Gabel in die Hand, die der Opa nonchalant entfernt. Während die jungen Leute noch nach Fassung ringen, folgt Wilfried dem Werben des Barons in dessen Nachtlager, um ihm in einer düster-absurden Szene aus Goethes Erlkönig vorzulesen. Die Bühne ist bereitet für eine ereignisreiche Nacht, die, wie sollte es auch anders sein, in einem blutigen Alptraum endet.
.

.

Wunderbar spielt Delplanque, der auch das Buch schrieb, in diesem ersten Teil des Films mit den Genrekonventionen und es macht einen Heidenspaß mit den 5 Schauspielern ins Verderben zu fahren. Augenzwinkernd wird kein Zweifel am unvermeidlichen Schicksal jedes einzelnen gelassen. Dekadenz und Materialismus gilt es zu sühnen und besonders die unheilvolle Erotik, die über den Szenen liegt, ist hervorragend gelungen. Aus ihr speist sich auch der Horror, der uns trotz der ironischen Grundstimmung packt.

Warum nur, fragt man sich, ging Delplanque diesen Weg nicht konsequent weiter? Stattdessen findet man sich in einem Sammelsurium von vertraut wirkenden Szenen wieder, die mit zunehmender Zeit willkührlich in den Erzählfluß eingestreut werden. Am Ende bleibt Stückwerk. Mancher Schockeffekt mag ja seine Wirkung nicht verfehlen; aber man wird den Eindruck nicht los, dass weit mehr möglich gewesen wäre als eine distanziert-ironische Nummernrevue. Schade drum!
.

.

Schnellsuche

Suchbegriff

Suche und Bestellung von Büchern, Videos, DVDs, CDs. Partner von Jump Cut.
Suchbegriff (Titel, Regisseur, Autor etc.) ins Formularfeld eingeben.