6/3/2004

FAZ: Kinotag

Dirk Schümer stellt das italienische Fernseh-Historien-Projekt "La meglio gioventù" als die italienische Version von "Heimat" vor (schon eine Weile in unserer Unsichtbarer-Film-Liste, hier etwas mehr dazu).

Ein mehr als sechsstündiges Epos, das vierzig Jahre italienischer Geschichte in Form einer Familienchronik nachzeichnet - das klingt nicht gerade nach einem Publikumsrenner. Und doch hat sich 'La meglio gioventù' (Die beste Jugend) von Marco Tullio Giordana mit Beharrlichkeit zu einem Kultfilm entwickelt, einem Schlüsselwerk mit Fangemeinde, Mammutvorführungen in Programmkinos und einer Sturzflut von Preisen - völlig außergewöhnlich für eine Fernsehproduktion, die in Italien jüngst zur besten Sendezeit ausgestrahlt wurde.

Der Trick des Ganzen, laut Schümer: Die Mittel des Melodrams werden hier in den Dienst des Porträts einer zerrissenen Gesellschaft gestellt. Dazu kommt, dass der einstige linke Aktivist Giordana (Jahrgang 1950) genauestens über die in seinem Film dargestellte Epoche Bescheid weiß.

Kein Geringerer als Dominik Graf (unser Porträt) stellt DVD-Editionen von Claude Sautets Film "Mado" ("eine seiner allerbesten Arbeiten") mit Michel Piccoli und Romy Schneider vor. Die französische Version von Studio Canal enthält zwar Extras, aber nur eine verstümmelte Fassung des Films - und keine englischen Untertitel. Sehr viel besser - zu Grafs Überraschung - die Version von Universal, ohne Extras zwar, aber zweisprachig und in der ursprünglichen Verleihfassung.

Andreas Kilb meldet kurz, dass die Filmstudios Babelsberg immer noch rote Zahlen schreiben und dass Universal Vivendi dringend verkaufen will - fragt sich nur, an wen.

Besprochen wird natürlich Cuaróns Potter-Variation. Michael Althen ist, auch wenn er nicht genau zu sagen vermag, was genau er nun als Leistung dem Regisseur zuschreiben soll, einigermaßen angetan.

0 Comments:

Post a Comment

<< Home