Hollywood Insider Januar 2002

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Hollywood Insider

Kolumne von Rico Pfirstinger

zur ersten Kolumne vom 15.11.2001

zur zweiten Kolumne vom 22.11.2001

zur dritten Kolumne vom 29.11.2001

zur vierten Kolumne vom 6.12.2001

zur fünften Kolumne vom 13.12.2001

zur sechsten Kolumne vom 18.12.

zur siebten Kolumne vom 3.1.

zur achten Kolumne vom 10.1.

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Hollywood Insider - Neues aus der Traumfabrik
Nr. 12 - 7. Februar 2002

Bericht von Rico Pfirstinger

 

Kassensturz und Exodus

Frauen an die Macht - das Motto gilt nun auch in Hollywood: Julia Roberts ist der zugkräftigste Star der Traumfabrik, teilt sich den Spitzenplatz allerdings mit zwei männlichen Kollegen. Auch in Sachen Gage geht es bei den Frauen aufwä'8arts: Cameron Diaz ist das neueste Mitglied im exklusiven 20-Millionen-Dollar-Club. Außerdem: Warum immer mehr Produzenten Hollywood den Rücken kehren und wieso "Rollerball" in Deutschland mit mehr Sex ins Kino kommt.

Tom Cruise, Tom Hanks und Julia Roberts sind die mächtigsten Stars in Hollywood - behauptet jedenfalls die Branchenzeitschrift "Hollywood Reporter", die jedes Jahr in einer Umfrage ermittelt, wie kassenträchtig Filmstars wirklich sind. Dabei erreichten alle drei Schauspieler die maximale Punktzahl und teilen sich somit den Spitzenplatz.

Dass Cruise und Hanks in Hollywood das Sagen haben, ist nicht neu: Hanks stand schon letztes Jahr ganz oben auf der Liste, Tom Cruise im Jahr davor. Für Julia Roberts ist die Spitzenposition jedoch ein Novum - mit ihr steht erstmals eine Frau an erster Stelle. Zu den zehn wichtigsten Kassenmagneten zählen außerdem Mel Gibson, Jim Carrey, George Clooney, Russell Crowe, Harrison Ford, Bruce Willis und Brad Pitt - in dieser Reihenfolge. Ihre hohe Zugkraft garantiert den Schauspielern exorbitante Spitzengagen. Wer in der "Hollywood Reporter"-Liste oben steht, gehört ganz automatisch zum 20-Millionen-Dollar-Club.

"Drei Engel": Himmlische Gage für Cameron Diaz

Ein Neuzugang in diesem exquisiten Kreis ist Cameron Diaz ("Vanilla Sky"): Für ihre Mitwirkung an "Charlie's Angels 2" kassiert die 29-jährige Blondine erstmals in ihrer Filmkarriere 20 Millionen Dollar. Die Fortsetzung des von den Kritikern geschmähten Kassenhits "Drei Engel für Charlie" geht demnächst vor die Kameras, und auch Drew Barrymore und Lucy Liu sind dabei wieder mit von der Partie. Dankend verzichtet hat dafür Bill Murray, der im ersten Teil den Sidekick Bosley spielte. Grund: Murray kann Lucy Liu nicht leiden - und wird deshalb im zweiten Teil vom schwarzen Schauspieler und Entertainer Jamie Foxx ersetzt.

Kostendruck: Exodus aus Hollywood

Die hohen Star-Gehälter sind nicht ohne Folgen: Das Geld wird von den Produktionsfirmen an anderer Stelle wieder eingespart. Zum einen bei den unbekannteren Schauspielern, die sich mit Gagenkürzungen abfinden müssen. Zum anderen erlebt die Traumfabrik seit enigen Jahren einen wahren Exodus: Teure Blockbuster wie "X-Men 2", "Star Wars: Episode 2" und "Terminator 3" werden im Ausland produziert. Sogar das Musical-Remake "Chicago" wird, um Geld zu sparen, in Toronto hergestellt. Die Verlockung: In Kanada sparen die Produzenten gegenüber Los Angeles zwischen zehn und 15 Prozent des Budgets. Bei "Terminator 3", der sagenhafte 150 Millionen US-Dollar kosten soll, ist das viel Geld. Es fließt jedoch direkt an Arnold Schwarzenegger ab, der für den Film eine Rekordgage um die 30 Millionen Dollar kassiert.

Kein Wunder, dass die großen Studios auf Nummer Sicher gehen - riskante Kreativität ist auch im Jahr 2002 verpönt. Hollywood setzt lieber auf Altbewährtes: Neben zahllosen Remakes und Sequels landen vor allem eingefü'9fhrte Stoffe auf der Leinwand, wie die Realverfilmungen der Comics "Spiderman" und "Scooby-Doo". Der kurzzeitig aufgeflammte Hoffnungsschimmer, dass der 11. September mittelbar zu originelleren Filmen würde, ist dahin.

"Rollerball": Mehr Sex-Appeal für deutsche Kinogänger

Auch "Rollerball" von John McTiernan ("Stirb langsam") ist ein klassisches Remake - und wurde ebenfalls in Kanada hergestellt. Der Action-Streifen mit Chris Klein und LL Cool J hat einige Krisen hinter sich: Bereits im Sommer letzten Jahres abgedreht, wurde die Rohfassung vom einflussreichen Online-Guru Harry Knowles nach einer Vorführung vernichtend kritisiert. Der Film wurde anschließend umgeschnitten, Szenen nachgedreht. In Amerika kommt "Rollerball" nach langer Lagerzeit nun am 8. Februar in einer entschärften Fassung in die Kinos. Deutschland hat es besser: Dort ist der recht brutale Skater-Streifen, der eine zeitgemäße Form des Gladiatoren-Sports beschreibt, unzensiert und mit mehr Sex-Appeal zu sehen. Am 21. März ist es soweit.

Ansehen/Wegsehen - 7.2.02

Ansehen: "Rush Hour 2"

Jackie Chan schlägt wieder zu. Die Fortsetzung des Kassenhits "Rush Hour" kommt bei uns aufgrund der Turbulenzen um den Kinowelt-Verleih mit einem halben Jahr Verspätung in die Kinos. Macht nichts: Wem der rasante Slapstick-Stil des Originals gefallen hat, kommt auch beim zweiten Teil auf seine Kosten. Kickend und plappernd löst das von Jackie Chan und Komiker Chris Tucker dargestellte Polizisten-Duo zwischen Hongkong und Los Angeles einen neuen Fall.

Wegsehen: "Jeder ist ein Star"

Dass Dominique Derudderes richtungslose Filmkomödie im letzten Jahr für einen Auslands-Oscar kandidierte, ist bei genauerer Betrachtung dieses Streifens schwer zu glauben. Zwischen Satire, Drama und Klamauk lavierend, findet der von Belgien, Frankreich und den Niederlanden finanzierte Film um ein dummdreistes Star-Kidnapping einfach nicht den richtigen Ton - was allerdings zum Teil auch an der miserablen deutschen Fassung liegt.

Rico Pfirstinger

copyright Rico Pfirstinger 2002

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