11.11.04

DVD: Attack of the Killer Hog (Agustin Cavalieri/Marcos Meroni, Argentinien 2000)

Attack of the Killer Hog (Argentinien 2000)
Regie: Agustín Cavalieri, Marcos Meroni
Anbieter: epix Video
Darsteller: Agustín Cavalieri, Diego Contreras, Diego Ferraro

Image Hosted by ImageShack.usEin Plüschpuppenschwein terrorisiert einen lateinamerikanischen Moloch, ein Held stellt sich dem entgegen. Dieser an sich schon recht absurde Grundgedanke dient dem argentinischen Film als Perlenschnur für eine Aneinanderreihung formelle Experimente im Minutentakt, die mal mehr, mal minder gelungen sind. Man experimentiert mit Industrial-Ästhetik, Stilistiken aus dem „expressionistischen“ Film (Stichwort: Caligari), kennt sich im Amateursplatter aus, weiß Materialästhetik zu schätzen, wechselt also von Film zu Video, von Real- zu Trickfilmaufnahmen und schneidet seine wirre Handlung nicht selten auch nach Vorgaben des Musikvideos. Kurzum: Videotrash meets Avantgarde-Kunst. Das Ergebnis ist wild und zumindest interessant, erinnert dabei allerdings eher an Performances aus dem Kunstbetrieb und mündet dann und wann auch einfach nur in verkopftes Einerlei. Wer Aufsprengungen von Narrationsformen um jeden Preis schon alleine des Selbstzwecks halber goutiert, wird an dem Film wohl seine helle Freude haben. Ich für meinen Teil bekam bei diesem Happening allerdings trotz einiger für sich ohne weiteres gelungener Miniaturen eher Kopfschmerzen.


Die DVD fällt recht ordentlich aus. Bild- und Ton entsprechen üblichen Standards, fallen bei einem Film dieses Produktionshintergrunds aber ohnehin nicht sonderlich herausfordernd aus. Das Zusatzmaterial wurde recht großzügig zusammengestellt: Neben Beigaben wie Scans des Pressematerials finden sich zwei Folgen von „Captain Vitamin“, einer formell ähnlich wilden Superheldensatire des Filmlabels z-movies.de, die ein wenig an die trashigen Genreparodien der Amateurfilme aus den 80er und frühen 90er Jahren erinnert, diese dabei allerdings – von neuen Techniken mal abgesehen – kaum nennenswert ergänzt.

Der Film darf aufgrund seiner Freigabe ab 18 gemäß den
Vorgaben des Jugendschutzgesetzes nicht postalisch verschickt werden.
Der Link zu Amazon fehlt deshalb.


Weiterführende Links: imdb

Technische Details:
  • Ton: Deutsch (DD 2.0/5.1), Englisch (DD 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildformat: 4:3
  • Zusatzmaterial: Zwei Folgen von Captain Vitamin, Artworks


  • 10.11.04

    Mörder des Klans (Giuseppe Vari, Italien 1971)

    Die Mörder des Klans (Prega Il Morto E Ammazza Il Vivo, Italien 1971)
    Regie: Giuseppe Vari
    Anbieter: Koch Media
    Darsteller: Klaus Kinski, Paul Sullivan, Victoria Zinny,
    Dino Starno, Patrizia Adiutori, John Ely, u.a.

    Die kleine Reihe an Italowestern jenseits der üblichen großen Namen, die Koch Media in den vergangenen Monaten auf den Markt gebracht hat, wird mit Die Mörder des Klans durch einen neuen, spannenden Beitrag fortgesetzt.

    Image Hosted by ImageShack.usDan Hogan (Klaus Kinski) verschanzt sich mit seiner Bande nach einem Raubüberfall auf einer Telegraphenstation. Die Beute steht noch aus und wird erwartet. Vorbeikommende Reisende werden als Geisel genommen. Über allem liegt deutliche Anspannung. Als der mysteriöse John Webb (Paul Sullivan) auftaucht, bietet dieser dem psychotisch wirkenden Hogan Geleit bis nach Mexiko für die Hälfte der Beute an. Auf dem Ritt durch die Wüste kocht das Psychogeflecht auf: Webb hat noch eine Rechnung mit Hogan zu begleichen ...

    Die Mörder des Klans ist ein außergewöhnlicher Western, der die Neuentdeckung lohnt: Wo das Genre normalerweise die Weite des Landes sucht, spielt sich dieser Film beinahe die ganze erste Hälfte auf dem beengten Raume der Telegraphenstation ab und entwickelt hier eine ungeheuer flirrende Spannung zwischen den einzelnen Figuren. Zugute kommt ihm, neben dem formalen Gespür für die Beengung der Lokalität, dabei vor allem, dass Kinski für seine psychotisch-expressive Darstellung von Hogan, einer Kinskifigur par excellence, hinreichend Raum geboten wird, seine Performance zu entfalten. Mit seinem üblichen Gespür für dionysische Figuren legt er hier noch in die Details von Muskel- und Lippenzuckungen sein ganzes Talent und wertet die Atmosphäre des eigentlichen Kammerstücks entschieden auf. Auch der zweite Teil, der Ritt durch die Wüste mit abschließendem Finale, entzieht sich der klassischen Ikonografie des Westerns, sondern dient eher als Fortsetzung und Überhöhung des zuvor entwickelten Geflechts zwischen den Personen. Schon allein aufgrund dieser sperrigen Rolle innerhalb seines Genres ist Die Mörder des Klans ein überaus sehenswerter Beitrag. Und Kinskifreunde können hier ob der Performance ihres Stars ein kleines Fest erleben.

    Da die DVD vor allem auch angesichts des Alters und Produktionshintergrunds des Films qualitativ sehr gut ausfällt, wird die Wiederentdeckung zur kleinen Freude. Das kontrastreiche und farbsatte Bild ist noch bis ins Detail scharf, auch am Ton gibt es nichts zu mäkeln. Etwas unerfreulich ist die Tatsache, dass der Film im falschen Bildformat vorliegt, das links und rechts etwas Bildinformationen schluckt. Die Neuabtastung eines korrekten Masters wäre, so Koch Media in seiner Begründung, bei diesem Nischentitel offenbar nicht mehr rentabel gewesen – sehr schade. Das Menü ist etwas umständlich geraten: Es beginnt mit einer sehr langen Sequenz aus dem Film, die der Zuschauer bei jedem Sprung ins Hauptmenü immer wieder zur Untätigkeit gezwungen ansehen muss. Das ist wenig ergonomisch und auf die Dauer etwas nervtötend. Die Extras fallen schmal aus: Ein paar Texttafeln (mit etwas ungelenker Schreibe und Orthografie), ein paar Fotos, ein paar Trailer.

    imdb ~ info-sheet

    Technische Details:
  • Laufzeit: 91 Minuten
  • Bild: 1,85:1, 16:9
  • Ton: Deutsch, Englisch (je DD 2.0)
  • Untertitel: keine
  • Zusatzmaterial: Kinskibiografie, Fotogalerie, Trailer

  • 6.11.04

    Necromania von Ed Wood - wieder aufgetaucht.

    Yahoo meldete bereits vor einigen Tagen die Wiederentdeckung des lange verschollen geglaubten Ed-Wood-Films Necromania. Ein Soft(?)porno, in dem der "schlechteste Regisseur der Filmgeschichte" die Entdeckung der sexuellen Lust eines jungen Pärchens schildert. Und irgendwie hängt das wohl auch mit einer Gruppe Hexen zusammen - klar. In den USA ist der Film nun auf DVD veröffentlicht worden.

    2.11.04

    DVD: Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling (Kim Ki-Duk, Südkorea 2003)

    Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling
    (Bom yeoreum gaeul gyeoul geurigo bom, Südkorea 2003)
    Regie: Kim Ki-Duk (Jump Cut)
    Darsteller: Oh Yeong-su Oh, Kim Ki-duk, Kim Young-min, Seo Jae-kyeong Seo, u.a.
    Anbieter: Kinowelt/Arthaus


    Über die Spanne eines ganzen Lebens hinweg erzählt der Film die Geschichte eines buddhistischen Mönchs, der von Kindesbeinen an auf einem Hausboot bei einem älteren Einsiedlermönch in Lehre lebt und sich im Laufe mit Schuld belädt, die es über mühselige Entbehrungen auszugleichen gilt. Die Jahreszeiten des Titels markieren dabei entscheidende Lebensabschnitte und deren Stimmungsgrundlage.

    Kim Ki-Duk legt seine religiöse Meditation in Form eines fast schon elegischen Bilderreigens an, der auf übliche Drastiken fast nahezu verzichtet. Zwar stellt sich im Vergleich der müßige Kinoeffekt der kontemplativen Versenkung auf dem Fernsehgerät leider nur bedingt ein, doch bleibt die Qualität des Films als solche davon natürlich unberührt. Im Gegensatz zu anderen Machwerken mit religiösem Hintergrund (man denke an Gibsons Jesus-Splatterrevue...) gefällt hier vor allem der entspannte, nie predigende Gestus: Ein Blick in eine andere Welt, die zur eigenen zu machen der Film nicht aufruft.

    Bild und Ton der DVD entsprechen üblichen Ansprüchen, das Zusatzmaterial wurde mit Bedacht ausgewählt. Neben einem alternativen Ende (Kim Ki-Duks Filme entstehen final in der Tat meist erst im Schnitt) gibt es ein ausführliches Behind-the-Scenes-Feature, das diverse Aspekte der Dreharbeiten ausgiebig beleuchtet.

    DVD auf Amazon kaufen:


    Weiterführende Links: imdb | mrqe | Jump Cut Schwerpunkt: Südkorea

    Technische Details:
  • Bildformat: 1,85:1 (anamorph)
  • Sprachen/Ton: Deutsch, Koreanisch (5.1 Dolby Digital), Deutsche Hörfilm-Fassung für Blinde
  • Untertitel: Deutsch
  • Bonusmaterial: alternatives Ende, Hörfilmfassung für Blinde, Behind the Scenes, Trailer

  • This page is powered by Blogger. Isn't yours?