Hollywood Insider März 2002

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Hollywood Insider

Kolumne von Rico Pfirstinger

zur ersten Kolumne vom 15.11.2001

zur zweiten Kolumne vom 22.11.2001

zur dritten Kolumne vom 29.11.2001

zur vierten Kolumne vom 6.12.2001

zur fünften Kolumne vom 13.12.2001

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zur zehnten Kolumne vom 24.1.

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zur 13. Kolumne vom 14.2.

zur 14. Kolumne vom 21.2.

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Hollywood Insider - Neues aus der Traumfabrik
Nr. 19 - 28. März 2002

Bericht von Rico Pfirstinger

 

Black is beautiful

Der Preis ist heiß: Ein Oscar-Abend voller Spannung (aber ohne große Überraschungen) versöhnte das schwarze Gewissen Hollywoods, doch auf die Euphorie folgt bereits die Ernüchterung. Außerdem: Wie Milla Jovovich ihr Herz erneut an einen Regisseur verlor, wieso Michelle Rodriguez nicht nach Deutschland kommen konnte und ein Wiedersehen mit "E.T." und Co.

Der Oscar-Triumph der schwarzen Stars könnte sich bald als Pyrrhussieg entpuppen. Immer mehr entsteht im Medienbild nämlich der Eindruck, Denzel Washington und Halle Berry hätten die Trophäen vor allem wegen ihrer Hautfarbe gewonnen - und nicht etwa wegen ihres schauspielerischen Könnens. Das wäre schade, denn zumindest Halle Berry hat den Preis auch künstlerisch verdient. Anders Washington, der dem Australier Russell Crowe in dieser Hinsicht nicht das Wasser reichen konnte. Doch Crowe verspielte seine Oscar-Chancen hinter den Kulissen: Mit seinem rüpelhaften Auftreten in den letzten Wochen hat er sich selbst disqualifiziert. Viele Akademie-Mitglieder haben Crowe einen zweiten Oscar schlichtweg nicht gegönnt.

Offenbar ohne negative Wirkung blieb dagegen die Schmierenkampagne gegen Ron Howards "A Beautiful Mind", den Abräumer des Abends. Die Filmbiographie über den schizophrenen Mathematiker John Nash trimphierte in den Hauptkategorien "bester Film", "bester Regisseur", "bestes adaptiertes Drehbuch" (Akiva Goldsman) und "beste Nebendarstellerin" (Jennifer Connelly).

Überraschungen gab es nur zwei: Sir Ian McKellen ("Herr der Ringe") unterlag in der Kategorie "bester Nebendarsteller" gegen den weithin unbekannten Briten Jim Broadbent ("Iris"), und "Amélie" aus Frankreich verlor gegen die bosnische Kriegssatire "Niemandsland" als bester ausländischer Film.

Der Verlierer des Abends heißt "Der Herr der Ringe". Das mit 13 Oscarnominierungen favorisierte Fantasy-Epos gewann nur in einigen wenig prestigeträchtigen Nebenkategorien. Verloren hat aber auch ABC: Der US-Fernsehsender verzeichnete die schlechtesten Oscar-Einschaltquoten überhaupt. Die miesen Zahlen dürften für Whoopie Goldberg das endgültige Aus als Moderatorin der Show bedeuten. Als Ersatz für nächstes Jahr sind Oprah Winfrey und Jay Leno im Gespräch.

Milla Jovovich: Ein Herz für Regisseure

Action-Star Milla Jovovich (26) hat immer noch Probleme, zwischen ihrem Beruf und dem Privatleben zu trennen. 1997 verliebte sich die Tochter einer russischen Schauspielerin und eines serbischen Arztes am Set von "Das fünfte Element" in den Filmemacher Luc Besson. Die beiden heirateten, das gemeinsame Glück war jedoch nur von kurzer Dauer: Zwei Jahre später flogen bei den Dreharbeiten von "Johanna von Orleans" die Fetzen, es kam zum Bruch. Nun hat sich Jovovich in den britischen Regisseur Paul Anderson verguckt. Die beiden lernten sich, wie sollte es anders sein, bei den Dreharbeiten zu "Resident Evil" kennen, einer packenden Videospielverfilmung, die seit einer Woche sehr erfolgreich in den deutschen Kinos läuft.

Ans Heiraten und Kinderkriegen denkt das vor allem bei männlichen Jugendlichen höchst beliebte Sexidol allerdings nicht. "Ich hab' mir einen kleinen Hund gekauft, das reicht erstmal", scherzte Jovovich bei der Deutschlandpremiere ihres Films in Berlin. Ihren männlichen Kollegen kann sie übrigens nur wenig abgewinnen: "Männliche Schauspieler sind eitle Primadonnen und bei den Dreharbeiten immer nur um ihren Teint besorgt." Autsch, das hat gesessen!

Dass Jovovichs Co-Star Michelle Rodriguez (23) am vorletzten Montag nicht zur Premiere ihres Films "Resident Evil" in Berlin erschien, lag offiziell an einer "plötzlichen Erkrankung" der Schauspielerin, die in dem Independent-Streifen "Girlfight" eine junge Boxerin verkörperte. Jedoch: In Wirklichkeit war Rodriguez in ihrem Haus in Jersey City nach einer Prügelei festgenommen worden, wo sie sich mit einer Mitbewohnerin gestritten und dieser unter anderem mit der Faust ins Gesicht geschlagen hatte. Das nicht näher identifizierte Opfer habe allerdings zurück gebissen und Rodriguez die Bisswunde im Krankenhaus verarzten lassen müssen.

Klassiker sind GROSS im Kommen

Wenn diese Woche mit "E.T." ein zwanzig Jahre alter Filmerfolg erneut in unsere Kinos kommt, markiert dies nur der Anfang eines Trends. Die Neufassung von Steven Spielbergs Alien-Streifen wurde optisch überarbeitet und digital vertont, und obendrein gab's noch ein wenig Selbstzensur: Anstelle von Gewehren halten die FBI-Agenten, die E.T.'s Heimreise verhindern wollen, nun harmlose Funkgeräte in der Hand. Der Computer macht es möglich.

Während sich Filmpuristen noch darüber streiten, ob solche Nachbearbeitungen in Ordnung sind, ist Spielberg schon ein Stückchen weiter. Der Filmemacher denkt darüber nach, auch "Indiana Jones" in neuen Fassungen herauszubringen. Immerhin hat die Trilogie längst Kultstatus erreicht, ein vierter Teil wird derzeit vorbereitet. Und auch George Lucas hat offenbar vor, eine weitere "Special Edition" seiner ersten "Star Wars"-Trilogie herauszubringen - quasi eine Überarbeitung der Überarbeitung.

Ein Déja-vu gibt's demnächst auch für IMAX-Fans. "Apollo 13" von Ron Howard soll nämlich bald im Ultragroßformat zu sehen sein. Die 35mm-Negative des Originals wurden hierzu im Computer auf das IMAX-Format um- und hochgerechnet. Hat die Aktion Erfolg, dürften bald viele Hollywood-Epen auf der IMAX-Leinwand Einzug halten.

Rico Pfirstinger

copyright Rico Pfirstinger 2002

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