Hollywood Insider April 2002

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Hollywood Insider

Kolumne von Rico Pfirstinger

zur ersten Kolumne vom 15.11.2001

zur zweiten Kolumne vom 22.11.2001

zur dritten Kolumne vom 29.11.2001

zur vierten Kolumne vom 6.12.2001

zur fünften Kolumne vom 13.12.2001

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zur 13. Kolumne vom 14.2.

zur 14. Kolumne vom 21.2.

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Hollywood Insider - Neues aus der Traumfabrik
Nr. 21 - 11.4.2002

Bericht von Rico Pfirstinger

 

Summertime

In Hollywood beginnt der Sommer im April - gemeint sind damit jedoch nicht die Außentemperaturen, sondern der Beginn der Popcorn-Saison in den Filmtheatern. Außerdem: Leonardo DiCaprio macht sich zum Weihnachtsfest selbst Konkurrenz, und Roland Emmerich und Wolfgang Petersen ziehen in den Krieg.

"The Scorpion King" von Universal läutet dieses Jahr die Summer Season ein: Am 19. April kommt die recht amüsante Mischung aus "Conan", der Fernsehserie "Herkules" und "Indiana Jones" in die US-Kinos, und nur eine knappe Woche später läuft der Streifen auch in Deutschland an. Hauptdarsteller ist der WWF-Wrestler The Rock alias Dwayne Johnson (29), der bereits jetzt als Nachfolger von Arnold Schwarzenegger gilt. Auf der Leinwand unterstützt wird er von Michael Clarke Duncan (Oscar-Nominierung für "The Green Mile") und der schönen Kelly Hu (35), mit der im echten Leben nicht zu spaßen ist: Sie hat den schwarzen Gürtel in Karate.

Schlag auf Schlag folgen die (potenziellen) Kassenschlager. Vor allem Sony Pictures setzt in diesem Jahr auf Sommerware und hat dafür eine gute Milliarde Dollar ausgegeben: Anfang Mai spinnt "Spider-Man" (D-Start: 6.6.02) sein Netz, gefolgt von "Men in Black 2" (D-Start: 11.7.02) und "Stuart Little 2" (D-Start: 29.8.02) im Juli. Anfang August schließlich soll "XXX", ein von Rob Cohen inszenierter Action-Streifen mit Vin Diesel, den Blitzerfolg von "The Fast and the Furious" wiederholen. Insgesamt geht Sony in den USA zwischen Mai und August mit neun Popcorn-Filmen an den Start - genug, um sich dabei selbst Konkurrenz zu machen.

Doch es gibt auch noch die anderen großen Studios: Mitte Mai etwa wird "Star Wars: Episode II" von Fox dem Spinnenmann gefährlich werden. Im Juni startet Steven Spielbergs Sci-Fi-Action-Film "Minority Report" (D-Start: 3.10.02) mit Tom Cruise in der Hauptrolle, der Juli gehört Mike Myers in "Austin Powers 3" und im August sorgen die geheimnisvollen "Signs - Zeichen" (D-Start: 12.9.02) von M. Night Shyamalan ("The Sixth Sense") für Gänsehaut. Mel Gibson spielt darin die Hauptrolle.

Leo gegen Leo: DiCaprio tritt Weihnachten gegen sich selber an

Kein Wunder, dass so mancher Studioboss bei einem derart überfüllten Schlachtfeld schnell die Reißleine bedient und Filme auf den Herbst verschiebt. Zu ihnen zählt auch Harvey Weinstein, der eigentlich als kaltblütig verschriene Chef von Miramax. Er verlegte diese Woche Martin Scorseses Gangster-Epos "Gangs of New York" von Juli in die Weihnachtszeit, wo der Film nun jedoch auf "Catch Me If You Can" von Steven Spielberg trifft. Pikant: In beiden Filmen spielt Leonardo DiCaprio die Hauptrolle.

Flops in Serie: Der Fluch des 11. September

Die Terrorwelle vom 11. September fordert an der Kinokasse immer noch ihren Tribut: Nahezu alle Filme, die damals verschoben wurden, erwiesen sich nämlich als Kassengift. Jüngstes Opfer ist Barry Sonnenfelds sehr unterhaltsame Komödie "Jede Menge Ärger" (D-Start: 13.6.02), bei der am Schluss ein Passagierflugzeug mit einer Atombombe an Bord beinahe von der Air Force abgeschossen wird. Darüber will man in den USA ganz offenbar nicht lachen.

Auch "Seitensprünge in New York" (D-Start: 23.5.02), ein geschmeidiger Beziehungsreigen von Ed Burns, hatte es schwer: Der Streifen spielte nur gut zwei Millionen Dollar ein. Hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind auch "The Last Castle" mit Robert Redford und "Collateral Damage" mit Arnold Schwarzenegger. Große Namen, kleine Wirkung - doch auch hier dienen die Terroranschläge als Sündenbock. Die bittere Wahrheit aber ist: Die Filme waren einfach schlecht, und das Publikum hat es gemerkt.

Als nächstes potenzielles Terroropfer wird bereits der Kriegsfilm "Windtalkers" (D-Start: 1.8.02) gehandelt. Der von Action-Spezialist John Woo ("M:I-2") inszenierte Streifen mit Nic Cage und Christian Slater sollte eigentlich schon letztes Jahr ins Kino kommen, wurde dann aber verschoben.

Deutsche Hollywood-Regisseure: Emmerich und Petersen ziehen in den Krieg

Nun wurden auch die beiden deutschen Hollywood-Exporte Roland Emmerich und Wolfgang Petersen vom aktuellen Epen-Fieber angesteckt. Petersen ("Der Sturm") will Troja auf die Leinwand bringen: "The Trojan War" basiert auf Homers "Ilias", für die Hauptrolle ist kein Geringerer als Brad Pitt vorgesehen. Zuvor dreht Petersen jedoch für Warner Bros. noch ein neues "Batman/Superman"-Projekt.

Roland Emmerich ("Der Patriot") hat vom Krieg ebenfalls noch nicht genug: "Light of Peace" ist ein Charakterstück vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs, das die ungewöhnliche Freundschaft zweier Männer auf verschiedenen Seiten der Front beschreibt.

Außerdem arbeitet Emmerich an einem Epos über die Mayas sowie an einem neuen Sci-Fi-Streifen: "Alien Prison" erzählt das Schicksal von sechs Menschen, die von Außerirdischen entführt wurden. Nach qualvollen Jahren als Versuchskaninchen planen sie die Flucht zur Erde, um eine Invasion der Aliens abzuwenden.

Rico Pfirstinger

copyright Rico Pfirstinger 2002

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